Die Krainer Steinschafe

Die Krainer Steinschafe vom unserem Begegnungshof HerzBerg Herdecke sind eine vom Aussterben

bedrohte Schafrasse, die durch ihr geflecktes Fell und ihre vielfältige Farbgebung besonders hübsch in unserer bunten Herde aussehen. Das Steinschaf ist eine der ältesten noch vorhandenen Schafrassen und ist ein Abkömmling des ausgestorbenen Torfschafes.

In unserer 20köpfigen Herde neben Coburger Füchsen und Merino-Mixen, leben in kleiner schlachtfreier Erhaltungszucht 8seit September 21 im Herdbuch)

11 Krainer Steinschafe:

Smilla, Mari und die dunkle Sally und ihre Lämmer Marla, Muriel und Silas, die drei erstgenannten haben im Frühling wieder Lämmer vom Krainer Steinschafbock Baldur bekommen, Selma und Merida, Mu unnd Santi.

Dazu neu bei uns Raya, Fey und Arvy aus der ansehnlichen Zucht von Helge Seifarth-Knuth.

Die Krainer Steinschafe haben bei unserer Tiergestützten Arbeit, bei der Begegnung mit den Schulklassen und Kindergärten aber auch in der Einzelförderung eine ganz besondere Bedeutung, da sie nicht nur wie die anderen Schafe sehr zutraulich, sondern regelrecht anhänglich sind und mit den Klienten in besonders verbindlichen Kontakt treten und dabei viel von ihrer Schafruhe verschenken. Dabei sind sie zudem sehr lustig, wendig und intelligent. Wir sind sehr froh, sie bei uns zu haben.


Wir sind Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Krainer Steinschaf und führen eine schlachtfreie ERhaltungszucht im Herdbuch.

Unsere Krainer Steinschafe

Mutterschafe : Mari 02.2018, Vater H-Linie, Sally 02.2018 vater R-Linie, Smilla , Vater Z-Linie, 03.2019

Lämmer 2020: Marla 03. 2020, Muriel 03.2020, Silas 03.2020, Vater B-Linie

Lämmer 2021: Selma 03. 2021, Merida 03.2021, Vater B-Linie


Raya, 2018, R-Linie, Arvy, 2020, M-Linie, Fey, 2020, M-Linie

Schlachtfreie Erhaltungszucht

Da unsere Tiere allesamt Mitarbeiter in der tiergestützten Arbeit auf unserem Begegnungshof sind und mit den Besuchern und uns auf Augenhöhe arbeiten, halten wir sie nicht zur Nutzung von Schafprodukten.

Fleisch und Milch sind für uns nicht von Interesse, die Wolle, derer sie eh Ende Mai entledigt werden wollen,

nutzen wir nach achtsamer Schur mit der Handschere sehr gerne bei unseren umweltpädagogischen Angeboten

mit den Klienten. Die Schafe müssen bei uns nicht ihr Futter mit Haut und Haaren verdienen sondern sind in der glücklichen Lage, dies durch ihre Arbeit in der Menschenbegegnung tun zu können.

Insgesamt bemühen wir uns um einen sehr achtsamen Umgang mit ihnen, d.h. dass wir bei der Klauenpflege besonders behutsam mit ihnen umgehen, dass die Schur im Stehen und mit der Handschere erfolgt, dass wir die Geburten sehr eng begleiten, dass wir die Strecken zu den verschiedenen Weiden zu Fuß laufen, dass auf jedem Standort ein Unterstand oder Stall zur Verfügung  steht, dass sie den Winter im Offenstall verbringen und dass wir bei den verschiedenen Begegnungen mit den Menschen ganz besonders darauf achten, dass die Tiere keinen Stress erleiden und ebenso von der Begegnung profitieren können.

Durch diesen behutsamen Umgang haben die HerzBerg-Schafe, die ja eigentlich zu den Fluchttieren gehören, ein insgesamt stabiles Vertrauensverhältnis zu uns und zu den Menschen und können so trainiert auch offen in die Begegnung mit teilweise recht großen Besuchergruppen gehen.

Vor dem Besuch führen wir die Menschen aber an die Begegnung heran und sprechen Empfehlungen zum Umgang mit den Schafen aus, damit es für alle Seiten besonders schön werden kann.

Ein besonders schöner Trick ist zum Beispiel, sich in die Schafsruhe, welche die Schafe so deutlich auszeichnet, hineinzuversetzen und so, den Schafen ähnlicher, in die von Ruhe und Langsamkeit getragene Begegnung zu gehen.

Wir verbringen viel Zeit mit den Tieren und erfreuen uns an dem engen Band mit der Herde.

 

Im Vordergrund steht also die Begegnung mit diesen besonderen Tieren und die Möglichkeit, Ihre Merkmale und ihren besonderen Charakter kennenlernen zu können und auch pädagogisch einsetzen zu können.

So geht es uns  vor allem um die Förderung dieser Tiere in dem Sinne, dass wir eine Erhaltungszucht in kleinem Rahmen führen, die Zuchttiere nach bestem Wissen und Gewissen mit Blick auf ursprüngliche und geeignete Merkmale, Gesundheit  und Phänotyp auswählen und verpaaren und somit wieder zunehmend mehr gesunde und den typischen Rassemerkmalen entsprechende  Individuen dieser seltenen Rasse in unserer Herde laufen haben.

Bislang verbleiben alle Nachkommen bei uns in der Herde, die männlichen Lämmer gehen nach 3 Monaten in die Bockgruppe zu Kollegin Anna von der Lohe und machen zusammen mit dem Krainer Steinschaf-Zuchtbock Baldur Landschaftspflege mit Lebensplätzen bis zum natürlichen Tod.

Bei uns werden also keine Zuchtböcke oder Nachkommen geschlachtet - was uns für die faire Arbeit mit allen Tieren schlüssig und für uns sehr befriedigend erscheint. Da wir selber kein Fleisch konsumieren, ist für uns diese Haltungsform passend.

Irgendwann werden wir es als ebenso sinnvoll erachten, einige unserer Nachzuchten in schlachtfreie Hände weiter zu vermitteln, damit noch mehr Menschen die Erhaltungszucht mit diesen wundervollen Tieren fortsetzen können und ihre guten Merkmale auf diese Weise in die Welt hinausgetragen werden und nicht nur bei uns verbleiben.

Im März 2020 wurden von Mari die weiblichen Lämmer Marla und Muriel geboren und von Sally das Böckchen Silas, das nun als Hammel bei uns weiterhin in der Herde lebt.

Im März 2021 wurden Sema, Merida, Mu und Santi geboren, Selma und Merida sind bei uns weiterhin in der Herde als überaus verbindliche Mitarbeiter.

Für den Herbst 2021 haben wir nun einen von den Merkmalen und vom Charakter passenden Herdbuchzuchtbock Nil der Linie N für die Damen, derzeit steht er in der Bockgruppe bei Kollegin Anna von der Lohe.

Der Krainer Steinschafbock Nil 2021

Von Sabine Passmann aus Düsseldorf haben wir im August 2o21 den gekörten Herdbuchbock Nico Nil gekauft, der uns durch seine schöne Wollzeichnung und seine ruhige, sanfte Art ins Auge fiel. Er hat gute Körnoten erhalten, was für eine gute Vorraussetzung zur Zucht spricht, um gesunde und vitale Lämmer zu haben, die die typischen Merkmale der vom Aussterben bedrohten Rasse in sich tragen und weiter geben können und die das "Zeug" dazu haben, ein gesundes, fröhliches Leben zu führen.

Ab Frühling 2022 geben wir zum ersten Mal von diesen Nachkommen in artgerechte, schlachtfreie Haltung ab, um diese bemerkenswerte Schafrasse bestmöglich zu fördern.  An das Abgeben müssen wir uns dann erst noch gewöhnen, da uns die Tiere durch die intensive Arbeit mit den Menschen sehr ans Herz wachsen.

Im Alter von 4-5 Monaten sind sie soweit und einige ziehen dann in neue Herden, um all das Gute, was diese Schafrasse an Eigenschaften hat, auch in die Welt zu tragen.

Die Lämmer sind dann 5 Monate in engem Menschenkontakt aufgewachsen, sind äußerst zutraulich und anhänglich und kennen den regelmäßigen Besuch kleiner und großer Menschengruppen.

Wir sind sehr gespannt auf den Nachwuchs im März 2022.

Der Krainer Steinschafbock Baldur  2020

In der Bockgruppe bei Kollegin Anna von der Lohe in Hattingen versammeln sich alle männlichen Nachkommen seit 2019 beim stattlichen Krainer Steinschafbock Baldur, B-Linie, der der Vater unserer Krainer Steinschaflämmer 2020 und 2021 ist.

Hier finden sich die Coburger Füchse Joschi und Jori, die Merino-Mixe Balin und Rubin aus der HerzBerg-Nachzucht 2019 und das Kamerun-Böckchen Raven, welches von Anna von der Lohe aus einer schlechten Haltung aus der Nachbarschaft gerettet wurde. Die Mitglieder der Bockgruppe/Hammelgruppe sind ohne Anwesenheit von weiblichen Tieren sehr friedlich und folgen ihrer Hirtin zu Fuß wie Hündchen nach. Sie betreiben Landschaftspflege in Hattingen und suchen immer wieder neue Weidegründe, die sie pflegen können.

Es ist für alle Seiten, besonders für unsere Erhaltungszucht, ein großes Glück, dass die männlichen Nachkommen sich in dieser Gruppe sicher und willkommen schätzen können.

Baldurs Sohn Silas, der in diesem Jahr geboren wurde, ist bei den Damen in der HerzBerg-Herde verblieben, weil er sich so übermäßig engagiert in der tiergestützten Arbeit gezeigt hat und zudem mit Mutter Sally ein ganz besonderes Team darstellt, so dass wir ihn kastriert und in der Herde belassen haben.

Er sieht Baldur sehr ähnlich und glänzt bei den Besuchern durch seine schöne Gestalt, die prächtige Wolle und seine Kontakt- und Kuschelfreude. Baldur ist im Frühling 2021 in eine andere Herde umgezogen, um hier ebenfalls in schlachtfreier Haltung für weitere Nachkommen sorgen zu können, nachdem er bei uns durch Unruhe zeigte, dass ein Zuchtbock in einer reinen Bockgruppe nicht ganz auf seine Kosten kommt.

 

Charaktermerkmale unserer Krainer Steinschafe

Die Krainer Steinschafe leben mit unseren Coburger Füchsen und den Merinomixen in einer homogenen friedvollen Schafherde von derzeit insgesamt 15 Tieren. Alle Tiere der Herde sind zutraulich und dem Kontakt mit Menschen zugewandt.

Die Krainer Steinschafe fallen aber durch ihre besonders wache und interessierte Haltung auf und ihre sichtliche Eigeninitiative auf kleine und große Menschen zuzugehen, diese zum Streicheln und Kraulen aufzufordern, sie in die Mitte zu nehmen und sich gar zu ihnen zu legen.

So sind es überwiegend die Krainer Steinschafe, allen voran Sally und ihr Sohn Silas, Marla und Muriel,

die ganz offensiv den intensiven Kontakt mit den Besuchern suchen und ihnen nicht von der Seite weichen, solange sie vor Ort sind. Dabei fordern sie zuweilen aktiv den Körperkontakt ein, genießen das Striegeln, suchen die Nähe und unterstützen auf diese Weise ganz hervorragend die intensive Begegnung zwischen Mensch und Tier. 

Dabei wird bewusst nicht gefüttert und auch in großen Menschengruppen verhalten sich die Krainer Steinschafe von HerzBerg Herdecke so.

Wir sind sehr dankbar, solche Mitarbeiter zu haben, denn sie bestimmen, wie die Tierbegegnungen und die Stunden mit den Schulklassen und Kindergärten bei uns ablaufen. Die Schafe, insbesondere die Krainer Steinschafe, erzählen den Klienten durch ihre vertrauensvolle Haltung und ihre Verbindlichkeit besonders eindrücklich von der bescheidenen Lebensart der Schafe, vom Glück, den Moment zu leben und vom Segen, fester Teil der Gemeinschaft und dennoch einzigartig zu sein.

Weitere Gedanken zu den Krainer Steinschafen

Es ist wunderbar, eine gefährdete und so besondere Schafrasse für die Menschen zugänglich zu machen und die Aufmerksamkeit auf sie zu richten.

Zudem führen uns die Krainer Steinschafe ganz besonders deutlich die Bereitschaft der ("Nutz"-)Tiere vor Augen, uns zu vertrauen und nachzufolgen. Sie lohnen uns unsere Bemühung, mit ihnen achtsam umzugehen durch ihre Bereitschaft zu verbindlicher Nähe, durch deutliches Interesse an unserer Person und unvoreingenommener Kontaktfreude.

Bei unserer Arbeit mit den Tieren achten wir darauf, dass nicht die Vergabe von Leckerchen zum Missverständnis führt, dass uns die Schafe nur begleiten, um diese zu erhalten.

Daher verzichten wir meist ganz auf eine Fütterung von Extra-Leckerchen oder stellen diese

an das Ende unserer Einsätze mit den Klienten und Besuchern, damit kein falscher Eindruck entsteht und das Staunen über die intensive Kontaktfreude und die diversen Begegnungsmöglichkeiten groß sein kann.

So folgt uns die ganze Herde aus freien Stücken, wenn wir zum Beispiel mit den fleißigen Hirtenhelfern einer Schulklasse die große Weide ablaufen und dort arbeiten und schenken den Besuchern das Erlebnis, was es heißt, wenn die Tiere, die wir nur entfernt wegen ihrer Produkte kennen und wertschätzen, plötzlich als Begleiter an unserer Seite durch die stille Natur laufen, bei uns lagern, ihre Köpfe in unseren Schoß legen, die Augen schließen und in vollstem Vertrauen ihr Leben in unserer Hände geben. Das kann sehr froh und ruhig machen.

Und es stößt zum Nachdenken an.

Ohne Menschenworte, die gerne alles immer etwas kompliziert machen können, zeigen uns die Schafe ihre Hingabe ans Leben, ihre Freundschaft zu uns

und ihre Dankbarkeit, wenn wir Menschen mit den Tieren achtsam und wertschätzend umgehen.

So mancher Erwachsener ging, auch wenn wir über dieses Thema kein einziges Wort verlieren, regelrecht betroffen von der Nähe der Schafe und den daraus resultierenden Gedanken an unseren Umgang mit den übrigen "Nutz"-Tieren und den geläufigen Haltungsbedingungen der Massentierhatung, mit neuen Vorsätzen davon.

Die Schafe legen nämlich, stellvertretend für alle anderen "NUTZ"Tiere, ihren Kopf in unsere Hände und bitten ohne Worte um mehr Achtsamkeit mit den Tiere und um bewussten Konsum tierischer Produkte.

Rassebeschreibung

(Text von Barbara Zeppenfeld)
Das Krainer Steinschaf ist ein kleines bis mittelgroßes Schaf mit mischwolliger oftmals zotteliger Wolle in allen Farben und Musterungen. Die Tiere sind feingliedrig, haben ein gerades Nasenprofil und fast waagerecht abstehende Ohren. Der lange Schwanz ist bewollt. Die Beine sind dünn aber kräftig und haben harte Klauen. Sehr typisch sind die oftmals stark gemusterten Gesichter. Der ursprüngliche Typ wiegt 35-50 kg (Mutterschafe), die Widder 50-65 kg, teilweise auch darüber. Dazu mehr im Thema Entwicklung der Rasse.
Vom Wesen und bei adäquatem Umgang sind die Krainer Steinschafe freundliche, menschenbezogene Tiere mit stark ausgeprägtem Herdentrieb. Sie verfügen über eine robuste Gesundheit, beste Muttereigenschaften, sind gute Futterverwerter gerade auch für Extensivstandorte und in rauem Klima.
Das Krainer Steinschaf stammt genetisch in direkter Linie vom jungsteinzeitlichen Torfschaf ab und ist damit eine der ältesten Rassen Mitteleuropas überhaupt! Es hat die "Veredelungsbemühungen" des 20. Jh vor allem im Dreiländereck der julischen Alpen und in den slowenischen Bergen des Triflav Nationalparks hinter dem "eisernen Vorhang" überstanden. Von dort wurden Anfang/ Mitte der 90er die ersten Tiere nach Deutschland importiert, um die Rasse vor dem Aussterben zu bewahren. In beiden Ländern wurden die KS traditionell auch in Weidewirtschaft der Hochalpen gemolken.
Fast anderen Steinschaf- und Bergschafrassen wurden im letzten Jahrhundert permanent größer und schwerer gezüchtet. Das war nur dem Krainer und Montafoner Steinschaf erspart geblieben. Wenn man alte Fotos studiert, kann man den ursprünglichen Typ zweifelsfrei erkennen. Genau DIESEN alten Typ wollen wir erhalten - und nun nicht auch im Deutschland der 2020er Jahre den Fehler machen, dieses freundliche und wunderbare UR-Schaf mit seiner einzigartigen Genetik zum "Leistungsträger" einer EU-Landwirtschaft zu machen im Sinne von "höher - schneller - weiter - dicker - mehr ... ". Unsere "Krainerlein" haben auch so einiges zu bieten. (Text von Barbara Zeppenfeld)

Unsere Krainer Steinschafe Januar 2021

Hier seht Ihr unsere Krainer Steinschafe im Januar 2021 der Reihenfolge nach Sally, Mari, Smilla, Marla, Muriel, Silas (Hammel), , und die Krainer Mixe Bryanna (Krainer Steinschaf-Merino-Mix) und Mia Mocca (Krainer Steinschaf-Coburger-Mix). Im März erwarten Sally, Mari und Smilla Lämmer von Krainer Steinschafbock Baldur und wir können es kaum erwarten. Wir freuen uns riesig auf die neuen Mitglieder der Herde und dazu noch Nachfahren dieser vom Aussterben bedrohten Schafrasse, die einen rundum tollen Charakter, schöne bunte Wolle, eine gute Geländegängigkeit und gute, bescheidene Futterverwerter und Landschaftspfleger sind.

Tierpatenschaften

Berichte zu den Tierpatenschaften


Grundsätzliches zur Rasse

 Textquelle: https://www.krainersteinschafe.de/rasse/

 

Das Milchschaf der Alpen

 

Das Krainer Steinschaf wird in seiner Heimat, Slowenien,

BOVSKA Schaf genannt und als Milchschaf gehalten!

 

Es hat bei sehr geringer Zufütterung von Kraftfutter eine

sehr gute Milchleistung und der typische Bovec Hartkäse,

der nur aus Krainer Milch hergestellt werden darf, ist sehr mild und bekömmlich.

 

Die Schafe sind ruhig im Wesen und sehr menschenbezogen, was das melken leichter macht.

 

Leider konnten sich die Krainer in Deutschland und Österreich noch nicht als Milchschafrasse etablieren,

das ist u.a. ein Ziel der Züchter unserer Arbeitsgemeinschaft.

 

2010 gab es einen neuen Impuls in Sachen Milch. Auf einer Lehrfahrt, der schwäbischen Schafhalter,

nach Slowenien wurde u.a. auch ein Melkbetrieb in Soca besichtigt. Dort werden gut über 100 Bovska Mutterschafe gehalten und gemolken. Dank der Anwesendheit des Tierzuchtberaters Vitomir Bric

konnten die Teilnehmer der Lehrfahrt viel über die dortige Haltung der Bovska erfahren und so kam es

dazu das Weihnachten 2010 DREI bereits gekörte Böcke aus Slownien den Weg nach Bayern angetreten sind! Mit ihnen wurde die, bis dato wenig geförderte, Melkbarkeit und die Milchleistung in der Rasse

wieder hervor geholt und DEUTLICH verbessert und wird jetzt u.a. durch die Mitglieder der IG Milch gefördert und züchterisch gefestigt!

 

Geänderte Leistungsansprüche haben in den vergangenen Jahrzehnten zu einem starken

Rückgang der Anzahl der Nutztierrassen geführt. Während es früher eine Vielzahl von

Lokalrassen gab, setzt sich heute ein Großteil der Tierbestände aus nur wenigen

Hochleistungstierrassen zusammen. Viele der alten Rassen sind nur noch in kleinen

Restbeständen vorhanden oder sind in den letzten Jahren ausgestorben.

 

Heute gehört das Steinschaf zu den vom Aussterben bedrohten Schafrassen.

 

Sollte es uns nicht gelingen, diese Rasse zu erhalten, verschwindet nicht nur

unwiederbringlich wertvolles genetisches Material, es erfolgt auch eine nicht mehr

Rückgängig zu machende Verarmung unserer Kulturlandschaft.

 

Bei einem Forschungsvorhaben der Justus-Liebig-Universität Gießen, bei dem auch Tiere von

Christan Rist einbezogen waren, wurde das Erbgut der Steinschafe mit dem von Torfschafen verglichen,

deren Reste bei jungsteinzeitlichen Pfahlbauten in der Schweiz entdeckt worden waren.

 

Ergebnis:

Der verglichene Genabschnitt der Mutterlinie stimmten überein.

 

Das Steinschaf ist eine der ältesten noch vorhandenen alpinen Schafrassen

und ist ein Abkömmling des ausgestorbenen Torfschafes.

 

In Bayern werden zwei Herkünfte unterschieden:

das Alpine Steinschaf, das schwerpunktmäßig im Raum Oberbayern gezüchtet wird, und das Krainer Steinschaf, welches aus der Region Krain( Bovec), dem Dreiländereck Sloweniens angrenzend zu

Kärnten und Italien stammt und in Deutschland großteils im Süden aber mittlerweile auch in sehr

vielen anderen Bundesländern beheimatet ist.

 

Desweiteren gibt es noch das Montafoner Steinschaf und das großrahmige Tiroler Steinschaf.

 

Das Krainer Steinschaf ist ein feingliedriges, kleines bis mittelgroßes Gebirgsschaf.

Das unbewollte Kopfprofil ist gerade und das Nasenbein leicht gebogen,

die Ohren stehen waagrecht ab bzw. sind ganz leicht hängend.

Die Beine sind dünn aber kräftig, die Klauen sehr hart.

 

Beide Geschlechter gibt es hornlos und behornt. Die Hörner sollen bei den

Böcken weit und schneckenförmig sein, bei den weiblichen Tieren sind sie sichelförmig.

In Slowenien gibt es keine behornten Tiere, und auch in Österreich und Deutschland nur sehr wenige.

 

Die Mischwolle der Krainer Steinschafe kommt in allen Wollfarben und Farbschattierungen vor und

eignet sich daher gut zur Herstellung naturfarbiger Teppiche, zum Filzen sowie auch als Strickwolle.

Die Schur erfolgt im Frühjahr und im Herbst, dann beträgt die Faserlänge 8-10 cm. Es kann bei guter Selektion auch innerhalb dieser Rasse eine sehr gute Wolle erzielt werden mit einer Feinheit von 31-36 Mikron. Es ist gelungen diverse Produkte aus Krainer Wolle auf regionalen Märkten zu etablieren!

 

Das Krainer Steinschaf ist widerstandfähig und wetterhart, genügsam und langlebig.

Es passt sich den unterschiedlichen Standorten problemlos an und nutzt die für Rinder

unzugänglichen Hochlagen. Bei einem Gewicht der Mutterschafe von 40 - 65 kg,

und Altböcken von 65 - 90 kg gehören sie gerade nicht zu den schwersten ihrer Gattung,

dafür überzeugen sie durch die hohe Qualität ihres wohlschmeckenden, feinfaserigen

und zarten Fleisches, das zu wenig Fettansatz neigt.

 

Das Krainer Steinschaf ist asainonal brünstig, und damit hat es ein Alleinstellungsmerkmal unter den Milchschafen, die ansonsten saisonal sind. Mit gutem Management kann man die Krainer ganzjährig melken und somit Milch- und Käseprodukte rund ums Jahr anbieten! Krainer sind sehr fruchtbar und frühreif.

Die Zwillingshäufigkeit ist hoch, eine dreimalige Ablammung in zwei Jahren möglich.

 

(Quelle: Arbeitsgemeinschaft Krainer Steinschaf)

Ab 2022 geben wir je nach Zahl und Geschlecht der Nachkommen von diesen zutraulichen Tieren einige in schlachtfreie Haltung ab.

Ab 2021 sind Voranmeldungen möglich.

Tagebucheintrag März 2021:
Lammzeit bei HerzBerg-Herdecke 2021
Die Geburten nahen. Man kann unten deutlich die dicken Bäuche sehen und die Euter entwickeln sich zunehmend.
Krainer Steinschaf-Bock Baldur war im Oktober mit Sally, Mari und Smilla auf der Hochzeitswiese und 150 Tage später werden bei Schafen generell die Lammungen erwartet.
Das ist bei uns ab dem 10. März, also in zwei Wochen beginnt die Lammzeit von unseren Krainer Steinschafen-wir sind so gespannt.
Sally und Mari haben dann zu dritten mal Lämmer,
Smilla erwartet ihr erstes Lamm/Lämmer.
Wie viele Lämmer es werden, kann man nur schätzen:
Mari könnte, wie im letzten Jahr, nach ihrem jetzigen Bauchumfang wieder Zwillinge erwarten,
bei Sally könnte es wie im letzten jahr wieder ein Lamm sein und bei Smilla als Erstgebärende rechnen wir eher mit einem Lamm. Es wird auch spannend, welches Geschlecht die Schafe haben werden und ob sie wieder so lustig gefleckt wie im letzten Jahr sind oder ob Smilla möglicherweise ein ganz weißes Lamm bekommt, so wie sie damals selber eines war? Wir hoffen, dass -wie in den letzten Jahren-alle gesund und munter sind und auch die Mutterschafe alles gut "über die Bühne" kriegen.
Wir freuen uns riesig auf die Verstärkung der HerzBerg-Herde und werden nun noch öfter vor Ort sein, als wir es eh schon sind.
Bislang haben wir immer alle Geburten eng begleitet und wollen dies natürlich weiterhin tun. Wir schreiben Euch wieder!
Nachtrag: Es wurden vier Lämmer geboren: Selma, Merida, Mu und Santi.